Genossenschaftliche Erdwärme – effizienter und nachhaltiger als Luftwärmepumpen

Zurzeit werden in der Siedlung mit Hochdruck Luftwärmepumpen vertrieben. Warum wir es für eine suboptimale Lösung halten.

Logo der Nahwärme Eichkamp Berlin eG

Mit Verwunderung haben wir festgestellt, dass in der Siedlung Eichkamp ebenso wie im Wirkungsbereich der KliQ-Genossenschaft in Zehlendorf offensichtlich gezielt Luftwärmepumpen vertrieben werden. Wir, der Genossenschaftsvorstand, engagieren uns seit zwei Jahren ehrenamtlich für die Nahwärme im Eichkamp. Natürlich gilt unser Engagement guten und nachhaltigen Wärmelösungen im Quartier. Wir möchten daher unseren Mitgliedern ein paar Informationen an die Hand geben, die in bisherigen Veranstaltungen zu kurz kamen. 

Die Luftwärmepumpe ist vielleicht die billigste, aber nicht die preiswerteste Lösung

Die angebotene Luftwärmepumpe ist ein Modell des chinesischen Haushaltsgeräterherstellers Midea. Sie ist in der Anschaffung günstig. Allerdings gibt der Vertrieb nur sieben Jahre Garantie. Der günstige Anschaffungspreis kann einen teuer zu stehen kommen. Wenn die Wärmepumpe nach diesen sieben Jahren kaputt geht, steht niemand mehr in der Gewährleistung. Man muss sich eine neue Wärmepumpe anschaffen. Das ist dann weder günstig noch nachhaltig.
Der Grund, warum momentan so ein Druck auf die Vermarktung dieser Wärmepumpen gemacht wird: Im kommenden Jahr werden Wärmepumpen, die außerhalb der EU gefertigt werden, nur noch mit 15 % Grundförderung gefördert (statt 30%). Daher werden die Eigentümer jetzt zu schnellen Entscheidungen gedrängt.

Erdwärme ist im Betrieb deutlich effizienter als Luftwärmepumpen

Unsere Genossenschaft bietet Erdwärmelösungen an – teilweise mit in der Straße liegenden Wärmenetzen, teilweise mit kleinen Gebäudenetzen. Bei Letzteren schließen sich Eigentümer neben- oder gegenüberliegender Gebäude zusammen und tragen die Investition in die Erdsonden gemeinsam.
Die Erdwärme erlaubt einen effizienteren und somit preisgünstigeren laufenden Betrieb. Der Maßstab dafür ist der Coefficient of Performance (COP-Wert oder Leistungszahl). Er beschreibt das Verhältnis von abgegebener Wärmeleistung zur eingesetzten elektrischen Leistung. Ein COP von 4 bedeutet beispielsweise, dass die Wärmepumpe (WP) aus einer Kilowattstunde (kWh) elektrischer Energie 4 kWh Wärmeenergie erzeugt. Je höher der COP, desto effizienter arbeitet die Wärmepumpe.
Die interessanteste Zeit für die Beurteilung der Effizienz einer WP ist der Winter. Herrscht beispielsweise eine Außen-Lufttemperatur von – 10°C, muss die Luftwärmepumpe diese – 10° C auf die gewünschte Vorlauftemperatur für die Raumheizung (ca. 65°C) erwärmen. Aus einer kWh Strom werden 2-2,5 kWh Heizenergie gewonnen (COP von 2 -2,5).

Im Gegensatz dazu wird bei der Erdwärmepumpe im Boden das Kältemittel mit ca.10– 15°C aufgeladen und hat dementsprechend eine ca. 20°C höhere Ausgangstemperatur, die wiederum auf die Vorlauftemperatur für die Raumheizung (65°C) aufgeheizt werden muss. Aus einer kWh Strom werden 3,5-4,5 kWh Heizenergie gewonnen (COP von 3,5-4,5). Es können auch deutlich höhere COPs erzielt werden. Die anfangs höheren Investitionskosten zahlen sich mittelfristig aus durch einen deutlich besseren Wirkungsgrad der Wärmepumpe und damit weniger Kosten für Primärenergie, also Strom.

Beispiel Hausübergabestation mit Wärmepumpe
beispielhafte Hausübergabestation mit Sole-Wasser-Wärmepumpe und Pufferspeicher

Die Genossenschaft bietet ein Rundum-Sorglos-Paket

Die Verwaltung der kalten Nahwärmenetze und der Gebäudenetze, Abrechnung, Wartung sowie eventuelle Garantiefälle werden von der Genossenschaft übernommen. Da die Wärmepumpe wesentlich weniger Leistung erbringen muss als eine Luftwärmepumpe und zudem in einem geschützten Raum steht, der der Witterung nicht ausgesetzt ist, ist von einer wesentlich längeren Lebensdauer auszugehen.

Rundum-Sorglos bedeutet im Einzelnen:

  • Die Verwaltung und die Abrechnung der Wärmelieferung erfolgen durch die Genossenschaft.
  • Die Wartung der Wärmepumpen erfolgt durch die Genossenschaft.
  • Sollte eine Wärmepumpe kaputt gehen, wird sie durch die Genossenschaft kostenfrei ersetzt
  • Die erforderlichen Umbaumaßnahmen in den Häusern (Entsorgung der alten Heizung etc.) sind in den Kosten der Genossenschaft bereits enthalten.
  • Die Genossenschaft gehört allen Mitgliedern und arbeitet nicht gewinnorientiert – übrigens im Gegensatz zu den Vermarktern der Luftwärmepumpe!
  • Alle Vorteile der Gemeinschaft werden allen Mitgliedern zur Verfügung gestellt.

Gleichzeitigkeitseffekt bewirkt weniger Energieeinsatz

Der Gleichzeitigkeitseffekt bei Heizungsnetzen beschreibt, dass nicht alle Verbraucher im Netz gleichzeitig ihre maximale Wärmeleistung abrufen. Dadurch ist die tatsächlich benötigte Gesamtleistung des Heizsystems geringer als die Summe der Einzelleistungen aller angeschlossenen Verbraucher. In der Praxis nutzen nicht alle Verbraucher gleichzeitig ihre volle Leistung. Dadurch reduziert sich die Spitzenlast des gesamten Netzes gegenüber der Summe der Einzelspitzenlasten. Durch geringere Dimensionierung zum Beispiel von Heizungsanlagen und Rohrleitungen sinken Investitions- und Betriebskosten. Das System arbeitet näher an seiner optimalen Auslastung und ist damit kostengünstiger.

Unsere Preise:
Der Anschlusspreis (Einmalzahlung) ist für alle gleich und beträgt 13.000 € netto (15.500 € brutto) für ein kleineres Einfamilienhaus. Den Anschluss an ein kaltes Nahwärmenetz bieten wir momentan nur im Eichkatzweg Nr. 1-41 sowie im Maikäferpfad 5 – 20 an. Dort beträgt der Wärmemischpreis 20,4 Cent pro kWh netto. Bei den Gebäudenetzen bieten wir auch einen Anlagenpachtpreis an. Bitte kontaktieren Sie uns für detailliertere Infos und individuelle Angebote.

Sabine Drewes, Reiner Wild, Stefan Günther
Vorstand – nahwärme-eichkamp.berlin eG, info@nahwaerme-eichkamp.berlin

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